Blogbeiträge

Kalibrierung, Qualifizierung und Validierung im Labor – was ist denn das?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In unserem heutigen Blogartikel wollen wir uns mit der Kalibrierung, der Geräte- und Methodenqualifizierung und der Methodenvalidierung auseinandersetzten und diese Begriffe gegeneinander abgrenzen.

 

Kalibrierung von Geräten

In der pharmazeutischen Industrie werden analytische Instrumente (Laborgeräte) zur spezifischen Analyse von Wirkstoffen (drug substance, DS) und / oder Fertigarzneimitteln (drug product, DP) u.a. im Rahmen der Freigabeanalytik eingesetzt. Um die Qualität zu kontrollieren, wird ein regelmäßiger „Bestätigungstest“ durchgeführt, um die Eignung des Geräts für den beabsichtigten Gebrauch zu belegen. Dieser Vorgang wird Kalibrierung genannt. Er sollte nicht mit dem Systemeignungstest (system suitability test, SST) verwechselt werden, der bei jedem Mal angewendet wird, wenn die Methode ausgeführt wird. Die Kalibrierung kann als ein Vorgang erklärt werden, mit dem die korrekte Arbeitsweise und entsprechend die Leistung des Geräts sichergestellt wird. Die Leistung eines Geräts kann aufgrund vieler Gründe wie Veränderungen in der Umgebung oder Alterung der Komponenten variieren.

Was ein Validierungsplan und was sagt uns dieser?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Die Methodenvalidierung ist ein Bestätigungsprozess für die anzuwendenden analytischen Methoden, um ihre Eignung für den beabsichtigten Gebrauch zu bewerten. Validierungsergebnisse werden verwendet, um die Qualität, Zuverlässigkeit und Konsistenz von analytischen Methoden zu beurteilen. Analytische Methodenvalidierung ist daher integraler Bestandteil einer jeder guten analytischen Praxis und eine zwingende Voraussetzung für jede Methode, die in einem pharmazeutischen QC-Labor oder assoziierten Auftragslaboren zur Anwendung kommen soll.

Als Faustregel gilt, dass analytische Methoden validiert oder revalidiert werden müssen

    • vor ihrer Einführung in den Routineeinsatz für analytische Zwecke;
    • für alle Änderungen der Methode nach ihrer Validierung (z.B. Änderung der Pufferzusammensetzung, Änderung des Geräteprofils); und
    • für jede Änderung, die außerhalb des ursprünglichen Einsatzzwecks der Methode liegt.

Was ist Robustheit?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Ist Ihnen jemals in den Sinn gekommen, was passieren würde, wenn die Bedingungen bei der Entwicklung einer analytischen Methode variieren würden? In diesem Artikel werden wir die gleiche Frage mit dem Parameter Robustheit (robustness) behandeln, der im Rahmen der Methodenvalidierung untersucht werden kann, wenn dies nicht schon früher geschehen ist.

Robustheit ist die Untersuchung einer analytischen Methode, bei der zuverlässige Ergebnisse erhalten werden, selbst wenn die Methode mit leichten Veränderungen durchgeführt wird. Es ist die Fähigkeit einer Methode, unbeeinträchtigt zu bleiben, wenn geringfügige Variationen angewendet werden. Ein allgemeineres Beispiel für diesen Parameter wäre es, sich vorzustellen, dass ein Fußballspieler unter bestimmten Bedingungen mit bestimmten Techniken Elfmeterschüsse übt. Nun wird derselbe Fußballspieler gebeten, die Schüsse mit einem anders dimensionierten Ball, einem kleineren Ziel, bei höherer Umgebungstemperatur oder mit verschiedenen Turnschuhen auszuführen. Wenn die Ergebnisse (statistisch) ähnlich sind, kann die Technik als robust bezeichnet werden.

Was ist Genauigkeit?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In unserem heutigen Blog werden wir den Begriff Genauigkeit im Kontext der Methodenvalidierung sowie dessen Berechnung erläutern, seine Bedeutung hervorheben und darüber informieren, welche Anforderungen bestehen.

Unter der Genauigkeit (accuracy) einer analytischen Methode wird das Maß der Differenz zwischen den gemessenen Werten gegenüber den erwarteten, theoretisch wahren Werten verstanden, welches aufgrund von Fehlern auftritt. Solche Fehler können zufälliger oder systematischer Natur sein. Stellen Sie sich zum Beispiel eine Situation vor, in der ein Fußballspieler seine Elfmeterschüsse übt. Er gilt als genau, wenn er jedes Mal das Tor (also den Zielbereich) trifft - unabhängig von der Seite oder Ecke des Tores. Er ist jedoch nicht präzise, da er nicht immer die gleiche Ecke oder Seite trifft, aber das ist eine andere Geschichte, die wir bereits im vorherigen Blogartikel erzählt haben. Es ist jedoch wichtig, das Konzept der Genauigkeit nicht mit dem der "Richtigkeit" (trueness) zu verwechseln, da die Richtigkeit nur systematische Fehler misst und sich auf einen Referenzwert bezieht, während die Genauigkeit beide Arten von Fehlern umfasst und sich auf den "wahren" Wert bezieht. Weitere Informationen finden Sie hier.

Was ist Präzision?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In unserem Blogartikel möchten wir heute einen kurzen Blick auf den analytischen Methodenvalidierungsparameter "Präzision" werfen und die verschiedenen Begriffe Wiederholpräzision (repeatability), interner Laborpräzision (intermediate precision) und Vergleichspräzision / Reproduzierbarkeit (reproducibility) erläutern.

Präzision ist ein Maß für die Übereinstimmung (Nähe) von Daten, die durch eine Reihe von Experimenten unter ähnlichen Bedingungen erhalten werden. Für analytische Methoden ist es der Grad der Übereinstimmung der Ergebnisse, die unter den spezifizierten Bedingungen der Methode erhalten werden. Präzision zielt darauf ab, zufällige Fehler anzuzeigen, der in der Methode auftreten können.

Präzision sollte unter keinen Umständen mit Genauigkeit (accuracy) verwechselt werden. Eine Methode kann präzise, aber nicht genau sein oder umgekehrt oder beides. Nachfolgend ein Beispiel für ein besseres Verständnis:

Was sind "drug substance" und "drug product"?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Über den Tellerrand...

Wenn Sie in der Pharmaindustrie arbeiten oder in irgendeiner Form damit zu tun haben, müssen Sie auf die Begriffe Wirkstoff, Fertigarzneimittel und Hilfsstoffe gestoßen sein. Obwohl es einfach ist, machen viele Leute offensichtliche Fehler damit. In diesem Artikel geben wir einen kurzen Überblick über diese Begriffe mit Beispielen.

 

Wirkstoff (drug substance, DS)

Der Wirkstoff ist das reine Material, das die pharmakologische Wirkung hervorruft. Es ist der wichtigste Bestandteil eines jeden auf dem Markt verfügbaren Medikaments. Es ist auch bekannt als Active Pharmaceutical Ingredient (API). Zum Beispiel ist in der Ortoton-Packung, die 750 mg Methocarbamol enthält, das Methocarbamol der Wirkstoff.

Was versteht man unter der Nachweis- und Bestimmungsgrenze?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In unserem Blog möchten wir heute zwischen den Begriffen Nachweisgrenze (limit of detection, LOD) und Bestimmungsgrenze (limit of quantification, LOQ) unterscheiden. Beides sind Begriffe, die für die analytische Methodenvalidierung relevant sind.

 

Nachweisgrenze (LOD)

LOD ist die niedrigstmögliche Konzentration, bei der die Methode den Analyten innerhalb der Matrix mit einem gewissen Vertrauensgrad nachweisen (aber nicht mehr quantifizieren) kann. Sie ist auch definiert als die niedrigste Konzentration, die sich mit gewisser Zuverlässigkeit vom Hintergrundrauschen abhebt. Abhängig davon, ob die Methode instrumenteller oder nicht-instrumenteller Art ist, werden unterschiedliche Empfehlungen von ICH Q2(R1) Methodenvalidierungsrichtlinie gegeben. Die Evaluierung der LOD kann auf 3 verschiedene Arten erfolgen:

Das Leben eines Arzneimittels

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Über den Tellerrand...

In diesem Artikel werden wir über den Lebenszyklus eines Medikaments von seiner Entdeckung bis zu seiner Markteinführung mit Fokus auf seiner Entwicklung und Validierung schreiben.

 

Arzneimittelentdeckung und -entwicklung

Jedes Arzneimittel, das auf dem Markt verkauft wird, beginnt seine Reise mit seiner Entdeckung. Forscher verbringen Jahre damit, einen Wirkstoff für eine bestimmte Zielsetzung zu identifizieren. Im Allgemeinen wird ein Medikament aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse identifiziert, die Wissenschaftlern das Wissen vermitteln, das Fortschreiten einer Krankheit zu verlangsamen oder zu stoppen, oder weil bestehende Medikamente unerwünschte Nebenwirkungen zeigen oder dank neuer fortschrittlicher Technologien, die dabei helfen, einen besseren Kandidaten für das gegebene Ziel zu finden. Die Identifizierung geeigneter Kandidaten erfordert das Screening vieler potenzieller Kandidaten und deren anschließende Eingrenzung auf das am besten geeignete Molekül (Abbildung 1).

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