Blogbeiträge

Journal Club: Validierung einer cIEF zur Identifikation monoklonaler Antikoerper

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Einführung und Hintergrund

Monoklonale Antikörper (monoclonal antibodies, MABs) sind monovalente Immunglobulin-Moleküle, die nur an ein spezifisches Epitop binden. Diese Antikörper finden eine breite Anwendung in der Diagnostik, Analytik und bei der Behandlung von Krebs und anderen Autoimmunerkrankungen. Der aufstrebende Markt von MAB Biosimilars erfordert eine korrekte Charakterisierung nach vorheriger Isolierung dieser Moleküle. Die Isolierung dieser Antikörper ist jedoch eine große Herausforderung und wurde erstmals von Georges Köhler und César Milstein durchgeführt, für die sie 1984 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielten.

Was ist der Unterschied zwischen Spezifität und Selektivität?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In diesem kleinen Blogartikel möchten wir zwei Begriffe erläutern, die im Rahmen analytischer Methodenvalidierungen verwechselt werden. Es geht um Spezifität und Selektivität.

 

Spezifität

Gemäß der offiziellen Richtlinie ICH Q2(R1), die für Methodenvalidierungen anzuwenden ist, ist Spezifität definiert als:

"Spezifität ist die Fähigkeit, den Analyten in Gegenwart von anderen Komponenten, die erwartungsgemäß ebenfalls vorhanden sein können, eindeutig zu bestimmen."

Aber was heißt das nun konkret? In anderen Worten kann man sagen, dass uns Spezifität etwas über den Grad an Interferenz durch andere ebenfalls in der Probe vorhandene Substanzen aussagt. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, dass Sie einen Schlüsselbund tragen und nur ein Schlüssel daraus das Schloss Ihrer Haustür öffnen kann. Eine Methode, die den richtigen Schlüssel für das Haustürschloss identifizieren kann, kann als "spezifisch" bezeichnet werden. Anders gesagt, die Methode ist spezifisch für diesen einen Schlüssel unter allen anderen Schlüsseln Ihres Schlüsselbundes.

Ein Tag auf der Analytica

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Über den Tellerrand...

Ich hatte letzte Woche die Gelegenheit, die Analytica 2018, die wohl größte internationale Fachmesse für innovative Labortechnik, Analytik und Biotechnologie, in München zu besuchen. Als Neuling auf diesem Gebiet, war ich dabei, das Beste zu erleben und meine Neugierde und Begeisterung war schwer in Worte zu fassen.

Journal Club: Validierung eines Clot Lyse Assays als Wirksamkeitstest

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Einführung und Hintergrund

Rekombinanter menschlicher Gewebeplasminogenactivator (rtPA), die biotechnologisch hergestellte Version des Gewebeplasminogenaktivators (tPA), ist eine Serinprotease, die am Abbau von Blutgerinnseln beteiligt ist und zur Behandlung von Schlaganfällen verwendet wird. Als Enzym wandelt sie Plasminogen zu Plasmin um, welches wiederum unlösliches Fibrin zu löslichen Nebenprodukten abbaut. Dieser Prozess der Spaltung von Fibrin in lösliche Nebenprodukte wird als Fibrinolyse bezeichnet. Die Aktivität von rtPA wird üblicherweise durch Berechnen der Lyserate eines künstlich hergestellten Fibringerinnsels bestimmt. Eine Vielzahl kinetischer Wirksamkeitstests (potency assays) in Form halbautomatischer Lösungen oder auf Plattenbasis wurden bereits entwickelt. Im Falle eines Wirksamkeitstests für ein pharmazeutisches Produkt, das vom Qualitätskontrolllabor (QC) zur Freigabe für den Markt untersucht werden soll, muss die Methodik zuvor unter Einhaltung der ICH-Richtlinie Q2(R1) validiert worden sein.

Journal Club: Validierung von LSV und RP-HPLC zur Gehalts- und Reinheitsbestimmung

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Einführung und Hintergrund

Fulvestrant oder Faslodex ist ein Krebsmedikament zur Heilung von Hormon-Rezeptor-positiven (HR+) metastasiertem Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen mit Krankheitsprogression. Es gehört zur Gruppe der selektiven Östrogenrezeptor-Downregulatoren (Selective Estrogen Receptor Downregulators, SERD) und wird oft als geeigneter Ersatz für Tamoxifen angesehen. Es funktioniert, indem es an den Östrogenrezeptor bindet und ihn destabilisiert, was den Abbau durch den normalen Proteinabbaumechanismus der Zelle fördert. Für die Gehalts- und Reinheitsbestimmung von Fulvestrant in reiner und pharmazeutischer Dosierungsform gab es bisher keine HPLC (High Performance Liquid Chromatography)- oder LSV (Linear Sweep Voltammetry)-Methoden. In diesem Beitrag möchten wir auf solche Methoden hinweisen, die von Atila et al. entwickelt wurden, mit dem Fokus auf ihre Vorteile und die angewandte Methodenvalidierung.

Journal Club: Validierung einer photometrischen Methode zur Gehaltsbestimmung

Geschrieben von Dr. Janet Thode am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Einleitung und Hintergrund

Jede Medikamentenentwicklung beginnt mit der Identifizierung eines Moleküls, das das Potenzial hat, Krankheiten zu bekämpfen, zu kontrollieren, zu verhindern oder zu heilen. Während der Identifizierung solcher Verbindungen sind verschiedene analytische Verfahren von Bedeutung. So ist es obligatorisch, dass das Molekül frei von unerwünschten Verunreinigungen ist, es die richtige Konzentration aufweist und seine Identität sowie Wirksamkeit verifiziert werden kann. Aus diesen Gründen kommt eine Vielzahl analytischer Methoden zum Einsatz.

Für Gehaltsbestimmungen werden vorwiegend spektrometrische Methoden eingesetzt, jedoch finden auch andere Techniken wie z.B. Chromatographie in Kombination mit Spektrometrie Anwendung. Im Laufe der Jahre wurden viele neue Methoden entwickelt, bei denen die Selektivität, Zuverlässigkeit und Sensitivität optimiert wurden.

In diesem Blogbeitrag möchten wir eine spektrophotometrische Methode und ihre Validierung erläutern, die von Ashour et al. für die Bestimmung von Fluvastatin für die Analyse pharmazeutischer Präparate entwickelt wurde. Fluvastatin-Natrium (FVS) ist ein antilipämisches Mittel, das die Hydroxymethylglutaryl-Coenzym-A- (HMG-CoA) -Reduktase hemmt, welche einen wichtigen Schritt in der Cholesterin-Biosynthese katalysiert. FVS wird hauptsächlich verwendet, um den Cholesterinspiegel im Plasma zu senken und kardiovaskulären Erkrankungen vorzubeugen.

Substanztrennungen mittels chromatographischer Methoden

Geschrieben von Gastautor am . Veröffentlicht in HPLC

Grundlegende Zusammenhänge und Schlussfolgerungen für Troubleshooting

Muss es immer HPLC sein?

Diese Drei: HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie) / GC (Gaschromatografie) / TLC (Dünnschichtchromatografie) ergänzen sich sinnvoll zu einem mächtigen analytischen Werkzeug, um fast alle Trennaufgaben im Labor zu lösen.

Die GC war zuerst da. Warum? Es gehören weniger Komponenten zum technischen Aufbau als bei einem HPLC-System, z.B. keine Hochdruck-Pumpe bei der GC (siehe Tabelle 1). Das heisst, die technische Entwicklung war schon in den 1950zigern möglich. Die Analyte werden einzig mit dem Gasstrom vom Injektor über die Trennsäule zum Detektor transportiert. Mit der GC können Substanzgemische analysiert werden, bei denen die Substanzen verdampfbar sind. Die GC ist quantitativ für flüchtige Substanzen.

Von kleinen Werten mit grossem Einfluss - Sum Of Squares - Teil 2

Geschrieben von Gastautor am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Im ersten Teil dieses Blogartikels haben wir die RSS kennengelernt und begonnen, uns dem Einfluss der Einzelwerte zu nähern. Daran schließt dieser Teil an.

 

Hat Values und Cooks Distance – was beeinflusst die lineare Regression tatsächlich?

Der Einfluss eines einzelnen Datenpunktes lässt sich erst damit bestimmen, wenn man untersucht, ob das Entfernen des Datenpunktes die Regressionsgerade stark verschieben würde. Es ist durchaus möglich, dass Datenpunkte mit großem Anteil der RSS die Regressionsgerade kaum verschieben würden, wenn sie entfernt würden. Dies ist abhängig davon, in welcher Entfernung sich der Datenpunkt zu dem Rest aller anderen Datenpunkte befindet. Folgende Grafik zeigt den jeweiligen Einfluss der Datenpunkte auf die Regressionsgerade, würde man diese entfernen:

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