Ein Tag auf der Analytica

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Über den Tellerrand...

Ich hatte letzte Woche die Gelegenheit, die Analytica 2018, die wohl größte internationale Fachmesse für innovative Labortechnik, Analytik und Biotechnologie, in München zu besuchen. Als Neuling auf diesem Gebiet, war ich dabei, das Beste zu erleben und meine Neugierde und Begeisterung war schwer in Worte zu fassen.

Mein Tag begann nicht gut, da der öffentliche Verkehr in München aufgrund technischer Probleme eingestellt wurde und ich 15 Minuten hinter meinem Zeitplan lag. In dem Moment, in dem ich hörte, dass die U-Bahn-Behörden die Teilnehmer der Analytica begrüßten, war ich geistig auf das Ausmaß der Messe vorbereitet. In diesem Jahr hat die Analytica 1164 Aussteller aus 49 verschiedenen Ländern empfangen und einen Anstieg der Besucherzahlen auf 35.800 verzeichnet, was ein neuer Rekord der Analytica ist.

Mein Grund, die Messe zu besuchen, war klar definiert: beobachten, lernen und netzwerken und genau das habe ich getan. Nach der Registrierung ging ich direkt zu meinem ersten Anlaufpunkt. Auf dem Weg dorthin sah ich einen Pool von Leuten, die versuchten, Informationen über eine neue Technologie, die von einem der großen deutschen Unternehmen entwickelt wurde, zu erfassen. Sehr interessant war es zu sehen, wie die Aussteller innovative Ideen hervorgebracht haben, um immer mehr Besucher an ihre Stände zu locken. Von kostenloser Kaffee-Abgabe in wiederverwendbaren Bambusbechern bis hin zu Automaten, die Wasserflaschen abspülen, sobald eine Reihe von Fragen beantwortet wurde. Von einer kostenlosen offenen Bar bis zu in STAR TREK-Uniformen gekleidete Frauen - diese Ausstellung bot alles. Ich selbst hatte eingewilligt, an einer Verlosung teilzunehmen, die mir ein kostenloses iPad hätte bringen können (die Verlockung war einfach zu groß!).

Der interessanteste Abschnitt war das LiveLab. Hier wurde die Live-Demonstration einer Analyse von Lebensmittelkomponenten gezeigt. Die neueste Labortechnologie wurde präsentiert, der Prozess konnte auf einem riesigen Bildschirm mitverfolgt werden und der Kommentar wurde aus Lautsprechern gespielt, so dass diese Live-Demonstration von jeder Ecke der Halle aus beobachtet und gehört werden konnte. Ein improvisierter Sitzplatz sorgte dafür, dass das Publikum in Ruhe sitzen und zuschauen konnte. Einzig anzukreiden war, dass Kommentar und Interview auf Deutsch waren, was meines Erachtens nicht die bevorzugte Sprache auf einer internationalen Plattform wie der Analytica sein sollte (wobei ich mich irren könnte!).

Bei den Ausstellern lag neben den neuesten Produkten ein besonderer Fokus auf Automatisierung und Individualisierung. Zum Beispiel zeigte Gilson, mit dessen Pipetten wir alle aufgewachsen sind, sein Cloud-basiertes Produkt zum Verwalten und Tracken von Protokollen. Das Gerät sammelt und speichert Daten in der Cloud zur gemeinsamen Nutzung unter Kollegen, um die Korrektheit zukünftiger Daten zu verbessern. Obwohl Gilson auf der Analytica 2016 bereits seine Absichten in dieser Richtung offenbart hatte, sieht es ganz so aus, als hätte man diese Ideen konsequent umgesetzt. Interessant waren auch Firmen, die auf Kundenwunsch Dienstleistungen für kundenspezifische Lösungen und Reagenzien anbieten. So ist von Puffern bis zu Referenzstandards alles kundenindividuell anpassbar. Solche Dienstleister passen nicht nur den Inhalt, sondern auch die Verpackungsgröße an. Dies vermeidet im Wesentlichen die Verschwendung von Reagenzien und spart damit viel Geld und Lagerkapazität für das Unternehmen ein. Logischerweise könnte dies auch ein guter Weg zur Vermeidung von Kontaminationen sein, da sich durch die Verwendung von Einwegvials eine mögliche übermäßige manuelle Handhabung vermeiden ließe, was oft der Hauptgrund für eine Kontamination von Reagenzien ist. Dies zeigt auch, wie die Unternehmen das „Time is Money“-Konzept ernst nehmen und sich dafür einsetzen, Ideen zu entwickeln, um Prozesse schnell und robust zu machen.

 Insgesamt war ich sehr zufrieden mit meinem Messetag und habe ziemlich viele Visitenkarten interessanter Kontakte erhalten, die ich weiterverfolgen werde. Die Erfahrung war überwältigend und daher möchte ich ein paar Tipps für zukünftige Analytica-Besucher geben:

  1. Planung ist wichtig. Mach deine Hausaufgaben. Dein Ziel, die Messe zu besuchen, sollte klar sein. Es ist sehr leicht, sich auf einer Messe mit so vielen Informationen zu verlieren.
  2. Sei pünktlich. Jede verlorene Minute bedeutet, dass Du etwas Wichtiges verpasst. Achte auf Deine Zeit z.B. überlege Dir zuvor basierend auf Deinen Interessen, auf welchen Bereich Du Dich mehr konzentrieren und welche Stände Du besuchen möchtest.
  3. Trage ein kleines Notizbuch mit Dir und notiere Dir wichtige Punkte. Ohne diese Notizen ist es später unmöglich, sich an wertvolle Details eines jeden Treffens zu erinnern.
  4. Die Messe ist über eine große Fläche verteilt und wenn Du Dir einer Vielzahl von Dingen überlegt hast, musst Du viel laufen. Sei bereit!
  5. Studenten sei der Rat gegeben, Wasser und Sandwich im Rucksack mitzunehmen, da das Essen und die Getränke auf der Messe sehr teuer sind.

Am wichtigsten: hab Spaß!

Es ist wichtig, mit Neugierde den unternommenen Bemühungen und Fortschritten in der Life Science Branche zu begegnen und diese wertzuschätzen, um die aufregenden Zeiten zu verstehen, die uns bevorstehen.

Tags: Analytica Messe Labortechnik

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen