Methodenvalidierung

Analytische versus bioanalytische Methodenvalidierung

Geschrieben von Dr. Janet Thode am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Prüfmethoden, die in einem QC-Labor zur Charakterisierung, Freigabe und Stabilitätsprüfung von pharmazeutischen Produkten (Biologicals oder Small Molecules) eingesetzt werden, werden in den offiziellen Richtlinien als analytische Methoden bezeichnet. Analytische Methoden sind nicht gleichbedeutend mit bioanalytischen Methoden. Im heutigen Blog-Artikel erfahren wir mehr über die Unterschiede zwischen den beiden und ihre jeweiligen Validierungsprozeduren. Obwohl es logisch erscheint, den Begriff "bioanalytisch" im Umgang mit biotechnologischen Produkten zu verwenden, ist dies hier nicht angebracht und es muss bei der Verwendung Vorsicht walten gelassen werden, wie wir nachfolgend erläutern.

Gemäß der FDA-Richtlinie wird eine bioanalytische Methode zur "quantitativen Bestimmung von Arzneimitteln [bzw. dessen Wirkstoffen] und / oder Stoffwechselprodukten in biologischen Matrizes wie Blut, Serum, Plasma oder Urin ... Gewebe- und Hautproben" verwendet. Solche Methoden werden in erster Linie in pharmakologischen, pharmakokinetischen sowie toxikologischen Untersuchungen im Rahmen präklinischer und klinischer Studien an Tier und Mensch eingesetzt. Bioanalytische Methoden umfassen auch immunologische Analysen, da ihre zu untersuchenden Analyten normalerweise Antikörper in biologischen Flüssigkeiten wie Serum und Plasma sind - die entsprechenden Methoden werden Ligandenbindungsassays genannt. Bioanalytische Methoden sind speziell auf die quantitative Bestimmung eines Medikaments oder Biomoleküls in biologischen Proben ausgerichtet.

Journal Club: Validierung einer Dünnschichtchromatographie-Methode zur Gehaltsbestimmung

Geschrieben von Dr. Janet Thode am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Einleitung und Hintergrund

Dünnschichtchromatographie in Kombination mit Densitometrie wird für die Analyse verschiedenster Substanzen verwendet, jedoch bislang noch nicht für Clobetasolpropionat (CP). Weltweit wird CP häufig in Form von Salben, Cremes, Lotionen (als pharmazeutische Formulierung) und Kosmetika eingesetzt. Es ist ein Kortikosteroid der Glukokortikoide und wird aufgrund seiner entzündungshemmenden und immunsuppressiven Wirkung bei der Behandlung vieler Hautkrankheiten angewendet. Zur Behandlung wird es entweder allein oder in Kombination mit anderen äußerlich anzuwendenden Mitteln verwendet. Die Bestimmung von CP erfolgt meistens photometrisch oder mit flüssigkeitschromatographischen Methoden wie der RP-HPLC (reversed phase high performance liquid chromatography) oder mittels Massenspektrometrie kombiniert mit HPLC (MS-HPLC). In diesem Blogartikel werden wir die Validierung einer einfachen, von Dolowy et al. entwickelten Dünnschichtchromatographie-Methode zur Quantifizierung von CP in topischen (Anm. d. Red.: zur äußerlichen Anwendung bestimmten) Lösungen diskutieren, die gemäß den von der ICH definierten Methodenkategorien als Assay eingesetzt werden soll.

Kalibrierung, Qualifizierung und Validierung im Labor – was ist denn das?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In unserem heutigen Blogartikel wollen wir uns mit der Kalibrierung, der Geräte- und Methodenqualifizierung und der Methodenvalidierung auseinandersetzten und diese Begriffe gegeneinander abgrenzen.

 

Kalibrierung von Geräten

In der pharmazeutischen Industrie werden analytische Instrumente (Laborgeräte) zur spezifischen Analyse von Wirkstoffen (drug substance, DS) und / oder Fertigarzneimitteln (drug product, DP) u.a. im Rahmen der Freigabeanalytik eingesetzt. Um die Qualität zu kontrollieren, wird ein regelmäßiger „Bestätigungstest“ durchgeführt, um die Eignung des Geräts für den beabsichtigten Gebrauch zu belegen. Dieser Vorgang wird Kalibrierung genannt. Er sollte nicht mit dem Systemeignungstest (system suitability test, SST) verwechselt werden, der bei jedem Mal angewendet wird, wenn die Methode ausgeführt wird. Die Kalibrierung kann als ein Vorgang erklärt werden, mit dem die korrekte Arbeitsweise und entsprechend die Leistung des Geräts sichergestellt wird. Die Leistung eines Geräts kann aufgrund vieler Gründe wie Veränderungen in der Umgebung oder Alterung der Komponenten variieren.

Was ein Validierungsplan und was sagt uns dieser?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Die Methodenvalidierung ist ein Bestätigungsprozess für die anzuwendenden analytischen Methoden, um ihre Eignung für den beabsichtigten Gebrauch zu bewerten. Validierungsergebnisse werden verwendet, um die Qualität, Zuverlässigkeit und Konsistenz von analytischen Methoden zu beurteilen. Analytische Methodenvalidierung ist daher integraler Bestandteil einer jeder guten analytischen Praxis und eine zwingende Voraussetzung für jede Methode, die in einem pharmazeutischen QC-Labor oder assoziierten Auftragslaboren zur Anwendung kommen soll.

Als Faustregel gilt, dass analytische Methoden validiert oder revalidiert werden müssen

    • vor ihrer Einführung in den Routineeinsatz für analytische Zwecke;
    • für alle Änderungen der Methode nach ihrer Validierung (z.B. Änderung der Pufferzusammensetzung, Änderung des Geräteprofils); und
    • für jede Änderung, die außerhalb des ursprünglichen Einsatzzwecks der Methode liegt.

Was ist Robustheit?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

Ist Ihnen jemals in den Sinn gekommen, was passieren würde, wenn die Bedingungen bei der Entwicklung einer analytischen Methode variieren würden? In diesem Artikel werden wir die gleiche Frage mit dem Parameter Robustheit (robustness) behandeln, der im Rahmen der Methodenvalidierung untersucht werden kann, wenn dies nicht schon früher geschehen ist.

Robustheit ist die Untersuchung einer analytischen Methode, bei der zuverlässige Ergebnisse erhalten werden, selbst wenn die Methode mit leichten Veränderungen durchgeführt wird. Es ist die Fähigkeit einer Methode, unbeeinträchtigt zu bleiben, wenn geringfügige Variationen angewendet werden. Ein allgemeineres Beispiel für diesen Parameter wäre es, sich vorzustellen, dass ein Fußballspieler unter bestimmten Bedingungen mit bestimmten Techniken Elfmeterschüsse übt. Nun wird derselbe Fußballspieler gebeten, die Schüsse mit einem anders dimensionierten Ball, einem kleineren Ziel, bei höherer Umgebungstemperatur oder mit verschiedenen Turnschuhen auszuführen. Wenn die Ergebnisse (statistisch) ähnlich sind, kann die Technik als robust bezeichnet werden.

Was ist Genauigkeit?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In unserem heutigen Blog werden wir den Begriff Genauigkeit im Kontext der Methodenvalidierung sowie dessen Berechnung erläutern, seine Bedeutung hervorheben und darüber informieren, welche Anforderungen bestehen.

Unter der Genauigkeit (accuracy) einer analytischen Methode wird das Maß der Differenz zwischen den gemessenen Werten gegenüber den erwarteten, theoretisch wahren Werten verstanden, welches aufgrund von Fehlern auftritt. Solche Fehler können zufälliger oder systematischer Natur sein. Stellen Sie sich zum Beispiel eine Situation vor, in der ein Fußballspieler seine Elfmeterschüsse übt. Er gilt als genau, wenn er jedes Mal das Tor (also den Zielbereich) trifft - unabhängig von der Seite oder Ecke des Tores. Er ist jedoch nicht präzise, da er nicht immer die gleiche Ecke oder Seite trifft, aber das ist eine andere Geschichte, die wir bereits im vorherigen Blogartikel erzählt haben. Es ist jedoch wichtig, das Konzept der Genauigkeit nicht mit dem der "Richtigkeit" (trueness) zu verwechseln, da die Richtigkeit nur systematische Fehler misst und sich auf einen Referenzwert bezieht, während die Genauigkeit beide Arten von Fehlern umfasst und sich auf den "wahren" Wert bezieht. Weitere Informationen finden Sie hier.

Was ist Präzision?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In unserem Blogartikel möchten wir heute einen kurzen Blick auf den analytischen Methodenvalidierungsparameter "Präzision" werfen und die verschiedenen Begriffe Wiederholpräzision (repeatability), interner Laborpräzision (intermediate precision) und Vergleichspräzision / Reproduzierbarkeit (reproducibility) erläutern.

Präzision ist ein Maß für die Übereinstimmung (Nähe) von Daten, die durch eine Reihe von Experimenten unter ähnlichen Bedingungen erhalten werden. Für analytische Methoden ist es der Grad der Übereinstimmung der Ergebnisse, die unter den spezifizierten Bedingungen der Methode erhalten werden. Präzision zielt darauf ab, zufällige Fehler anzuzeigen, der in der Methode auftreten können.

Präzision sollte unter keinen Umständen mit Genauigkeit (accuracy) verwechselt werden. Eine Methode kann präzise, aber nicht genau sein oder umgekehrt oder beides. Nachfolgend ein Beispiel für ein besseres Verständnis:

Was versteht man unter der Nachweis- und Bestimmungsgrenze?

Geschrieben von Anindya Ghosh Roy am . Veröffentlicht in Methodenvalidierung

In unserem Blog möchten wir heute zwischen den Begriffen Nachweisgrenze (limit of detection, LOD) und Bestimmungsgrenze (limit of quantification, LOQ) unterscheiden. Beides sind Begriffe, die für die analytische Methodenvalidierung relevant sind.

 

Nachweisgrenze (LOD)

LOD ist die niedrigstmögliche Konzentration, bei der die Methode den Analyten innerhalb der Matrix mit einem gewissen Vertrauensgrad nachweisen (aber nicht mehr quantifizieren) kann. Sie ist auch definiert als die niedrigste Konzentration, die sich mit gewisser Zuverlässigkeit vom Hintergrundrauschen abhebt. Abhängig davon, ob die Methode instrumenteller oder nicht-instrumenteller Art ist, werden unterschiedliche Empfehlungen von ICH Q2(R1) Methodenvalidierungsrichtlinie gegeben. Die Evaluierung der LOD kann auf 3 verschiedene Arten erfolgen:

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